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Im Kino: „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes – Teil 2“

Harry Potter und die Heiligtümer des Todes -Teil 2

Die Harry-Potter-Verfilmungen waren schon immer ein Kampf. Das Gute rang mit den Kräften des Bösen, die Literatur mit dem Kino, das charakterorientierte Entwicklungsdrama mit dem Spezialeffekte-Zauber und der kinderkompatible Familienfilm mit der dem Stoff innewohnenden Düsternis. Richtig gut hat das alles im Laufe der letzten zehn Jahre eigentlich nur der mexikanische Regisseur Alfonso Cuarуn mit „Harry Potter und der Gefangene von Askaban“ (2004) zusammenbekommen, dem eindeutig besten Film der Reihe: Geheimnisvoll, verstörend und dunkel wirkte der, deutlich erwachsener als die anderen, ein echtes Fantasy-Werk. Bezeichnenderweise blieb es Cuarуns einziger Beitrag zum Potter-Franchise, anschließend gingen die Produzenten lieber wieder auf Nummer Sicher. Und so mussten die Zuschauer dann auch oft genug mit der Langeweile kämpfen, vor allem, wenn gerade wieder einmal schier endlos das blöde Quidditch gespielt wurde.
Harry Potter und die Heiligtümer des Todes -Teil 2Insofern tat es dem ersten Teil des großen Potter-Finales im letzten Jahr mehr als gut, dass Harry, Hermine und Ron endlich einmal herauskamen aus ihrer Zauberschule Hogwarts mit den beengenden Mauern und den ewig gleichen Routinen. Plötzlich standen die Freunde fast schutzlos in leeren öden Landschaften herum, was die existenzielle Bedrohung durch den fiesen Lord Voldemort und seine Helfer gleich noch deutlich bedrohlicher machte.
Für den zweiten Teil musste man nun befürchten, dass die Spezialeffekte in der finalen Auseinandersetzung zwischen Harry und Voldemort wieder die Überhand gewinnen würden, und tatsächlich lässt es Regisseur David Yates auch entsprechend krachen, wenn die Heerscharen des dunklen Lords sich zum Angriff rüsten auf Harrys verbliebene Getreue in Hogwarts, wo nun kaum ein Stein auf dem anderen bleibt. Doch wirklich übertrieben ist das nicht, denn Yates inszeniert den Film über weite Strecken vor allem als ein temporeiches Abenteuer, eine Art „Indiana Potter“ auf der Suche nach den Horkruxen, deren Zerstörung bekanntlich auch Voldemort vernichtet, komplett mit unterirdischem Bankeinbruch und Ritt auf einem feuerspeienden Drachen.  Das hätte schlimmer kommen können und ist entsprechend kurzweilig, auch wenn die Charakterzeichnung wieder einmal hintenan steht, aus den titelgebenden Heiligtümern des Todes wenig gemacht wird und der  Epilog – Harry und Co. schicken Jahre später ihren Nachwuchs nach Hogwarts – so überflüssig ist wie ein Kropf.  Immerhin ist somit die Sequel-Option („Son of Harry Potter“) gesetzt, da kommt bestimmt noch was.

Text: Lars Penning

tip-Bewertung: Annehmbar

Orte und Zeiten: „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes – Teil 2“ im Kino in Berlin

Harry Potter und die Heiligtümer des Todes – Teil 2 (Harry Potter and the Deathly Hallows: Part 2), USA/Großbritannien 2011; Regie: David Yates; Darsteller: Daniel Radcliffe (Harry Potter), Emma Watson  (Hermine Granger), Rupert Grint  (Ron Weasley); 130 Minuten; FSK 6

Kinostart: 14. Juli

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