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Im Kino: "Heart of a Dog"

Im Kino: "Heart of a Dog"

Als 2013 Lou Reed verstarb, veröffentlichte Laurie Anderson nur im Lokalblatt ihres Wohnortes eine Erinnerung an ihren langjährigen Partner. Es war eine ­poetische Todesanzeige, emotional und doch unprätentiös.
Mit "Heart of a Dog" hat die stets sehr visuell arbeitende Performance-Künstlerin und Musikerin jetzt Abschied von Reed genommen. Schmerzhaft und berührend reflektiert sie über den Verlust als Bestandteil jedes Lebens und die Liebe als Pendant dazu.
Der Nachruf auf Lou Reed ist spürbar, jedoch nur zwischen den Bildern und Worten. Erst zum Schluss gibt es ein Foto von ihm zu sehen, mit Lolabelle im Arm, dem gemeinsamen Hund. Denn Lolabelle, der geliebte Foxterrier der beiden, der kurz nach Reed starb, ist bei Anderson der Fixpunkt ihrer Gedanken, Erinnerungen und Texte, die sie mit eigenen Animations- und Experimentalfilmen, Homemovie-und Found Footage-Material visualisiert.
Lolabelles Hundeleben in den Fokus zu rücken, wirkt fast wie ein buddhistischer Kunstgriff, mit dem bei aller Tiefe die filmische Meditation Andersons eine große Leichtigkeit bekommt. Ein Film, der einen mit einem Lächeln aus dem Kino entlässt.    

Text: Andreas Döhler

Foto: Arsenalfilm

Orte und Zeiten: Heart of a Dog

Heart of a Dog USA 2015, 75 Min., R: Laurie Anderson

Kinostart: Do, 24. März 2016

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