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Im Kino: „Heil“

Im Kino:

Die ganz große Satire zum Thema Neonazis ist Dietrich Brüggemanns neuer Film nicht geworden. Dazu ­hätte es mindestens mal einer eindeutigen Stoßrichtung bedurft, doch „Heil“ teilt wild in alle Richtungen aus: Neben sich nach Liebe und Anerkennung sehnenden Neonazis bekommen unter anderem auch lethargische Verfassungsschützer, labernde TV-Diskutanten, um das Ansehen ihrer Gemeinde fürchtende Provinz-bürgermeister und eine in alberne Verschwörungstheorien verstrickte Antifa ihr Fett weg. Der gewählten Form einer Farce entsprechend ist der Humor flächendeckend plakativ: In erstaunlichem Tempo werden in einer weitverästelten Geschichte ohne zentralen Plot grobe Klischees ins Absurde gewendet, was gelegentlich besser funktioniert, als man erwarten konnte, und zumindest für die Dauer des Films kaschiert, dass hier kein substanzieller Denkstoff ­zugrunde liegt, sondern „nur“ Amüsement über Dumpfbacken aller Art ansteht.        

Text: Lars Penning

Foto:
XVerleih

Orte und Zeiten: „Heil“ im Kino in Berlin

Heil, Deutschland 2015; Regie: Dietrich Brüggemann; Darsteller: Benno Fürmann (Sven Stanislawski), Liv Lisa Fries (Nina Schmidt), Jerry Hoffmann (Autor Sebastian Klein); 105 Minuten

Kinostart: Do, 16. Juli 2015

Lesen Sie auch ein Interview mit dem „Heil“-Regisseur Dietrich Brüggemann

 

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