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Im Kino: „Heute war damals Zukunft“

Heute war damals Zukunft

Im Jahr 1985 bekamen die 15-jährigen Schüler und Schülerinnen einer Realschulklasse in Magdeburg während einer Vertretungsstunde das Aufsatzthema „Wie stelle ich mir das Leben im Jahr 2010 vor“ gestellt. Nun ist der Ernstfall eingetreten, das Jahr 2010 ist da, und die DDR existiert längst nicht mehr. Wie sieht das Leben der Jugendlichen von einst heute aus? Der Dokumentarfilmer Gunther Scholz hat die Konfrontation der heute Vierzigjährigen mit ihrem Aufsatz zum Anlass genommen, einige von ihnen zu porträtieren.
Natürlich generiert der Einblick in fremde Leben, so „normal“ sie auch sein mögen, immer ein gewisses Interesse. Doch ein wirklich tragfähiges Konzept oder eine These ergibt sich aus der Gegenüberstellung von damaligem Wunsch und heutiger Wirklichkeit nicht. Dafür waren die Fantasien von Wohlstand und Glück größtenteils zu naiv, kaum jemand kann sich darin heute noch wiedererkennen. Stattdessen findet Scholz überwiegend Menschen mit gebrochenen Arbeitsbiografien vor, wie sie für unsere heutige Gesellschaft prägend sind. Neu oder gar „ostspezifisch“ erscheint diese Erkenntnis allerdings nicht: „Heute war damals Zukunft“ bleibt ein (zu) nettes Porträt von netten Durchschnittsmenschen.

Text: Lars Penning

Foto: Matthias Leupold

tip-Bewertung: Annehmbar

Orte und Zeiten: „Heute war damals Zukunft“ im Kino in Berlin

Heute war damals Zukunft, Deutschland 2010; Regie: Gunther Scholz; 90 Minuten; FSK k.A.

Kinostart: 11. November

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