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Im Kino: „His & Hers“

His & Hers

Ein ungewöhnliches Konzept verfolgt der irische Regisseur Ken Wardrop in seiner Dokumentation „His & Hers“: Unkommentiert lässt er siebzig von der Kamera in häuslichem Rahmen eingefangene Mädchen und Frauen aller Altersstufen erzählen – und zwar über Männer und die Beziehung der Geschlechter. Junge Mädchen beschreiben, wie sie mit ihrem Vater spielen und gelegentlich genervt sind von dessen Marotten. Teenager berichten von ihrer ersten Liebe, reifere Frauen von der weiteren Entwicklung ebendieser. Unterdessen sterben Väter, Söhne werden geboren, schwere Krankheiten müssen gemeinsam gemeistert werden. Am Ende schildern alte Witwen, warum ihnen ihr Mann fehlt, aber auch, wie Söhne sich nun kümmern und mit ihrer Fürsorge manchmal ganz schön nerven können. In der Montage ergibt sich ein Panorama des gesamten Lebens, mal heiter, mal melancholisch – und vor allem frei von jeglichem Zynismus. Liebhaber von Männer-und-Frauen-Klischees und ebensolchen Witzen werden hier nicht auf ihre Kosten kommen, Menschen, die tradierte Geschlechterrollen stets in Frage stellen, allerdings auch nicht. „His & Hers“ blickt auf einen alltäglichen Ist-Zustand, und zwar genauso intelligent, liebevoll und abgeklärt wie die Protagonistinnen, wenn sie über die Männer in ihrem Leben sprechen.

Text: Lars Penning

Foto: dйjа-vu film UG

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „His & Hers“ im Kino in Berlin

His & Hers, Irland 2009; Regie: Ken Wardrop; 80 Minuten; FSK k.A.

Kinostart: 4. Juli

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