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Im Kino: „Hördur“

Hördur

Provoziert durch eine böswillige Mitschülerin schlägt die ansonsten eher verträumte Deutschtürkin Aylin zu und muss zur Strafe Dienst auf einem Pferdehof verrichten. Der vertrauensvolle Umgang mit dem Islandpony Hördur, einem prächtigen Rappen, führt bei der 17-jährigen zu einem Reife- und Selbstfindungsprozess. Nur ist es auf Dauer nicht so spannend, einem Mädchen bei Reitstunden zuzuschauen, an den ständigen Großaufnahmen ihres Gesichts hat man sich auch irgendwann satt gesehen.
Beeindruckender ist die naturalistische Darstellung ihrer schwierigen Lebensbedingungen im häuslichen Umfeld, wo sich Aylin nach dem Tod der Mutter um den Haushalt und um kleinen Bruder kümmern muss, während der Vater als schlecht bezahlter Gelegenheitsarbeiter ums wirtschaftliche Überleben kämpft, wobei ein Volkslied als szenisches Bindeglied dient in diesem Drama über Freundschaft und Integration.

Text: Ralph Umard

Foto: Sebastian Wunderlich

Orte und Zeiten: „Hördur“ im Kino in Berlin

Hördur, Deutschland 2015; Regie: Ekrem Ergün; Darsteller: Almila Bagriacik (Aylin), Hilmi Sözer (Hasan), Felicitas Woll (Iris); 84 Minuten

Kinostart: Do, 29. Oktober 2015

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