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Im Kino: „Host & Guest“


Von Frau samt Sohn verlassen und ohne feste Anstellung, leidet der Filmdozent Ho-jun unter finanziellem und sexuellem Notstand. Er reagiert verbittert, sein Frust entlädt sich bei Saufexzessen und in Aggressionsausbrüchen. Die Freundschaft mit einem jungen christlichen Sektenanhänger, der wegen Kriegsdienstverweigerung 18 Monate ins Gefängnis geht, bekehrt den Existenzialisten Ho-jun zwar nicht zur Religion, doch er überdenkt seine zynische Weltsicht, besinnt sich auf Moralbegriffe und ideelle Werte.
Abgesehen von einer grotes­ken Szene, in der Ho-jun eingeschlossen im eigenen Klo ums Überleben kämpft, ist das Sozialdrama naturalistisch gestaltet. Mit Humor und Gefühl für das Absurde vermittelt Autorenfilmer Shin Dong-il lebensnahe Eindrücke von der koreanischen Alltagswelt in Zeiten wirtschaftlicher Rezession. Er zeigt typische Freizeitrituale wie Karaoke und Komatrinken und nimmt die materialistische Gesinnung seiner Landsleute aufs Korn.

Text: Ralph Umard

tip-Bewertung: Sehenswert

Host & Guest (Bangmunja), Südkorea 2005; Regie: Shin Dong-il; Darsteller: Kim Jae-rok (Ho-jun), Kang Ji-hwan (Gye-sang); Farbe, 92 Minuten;

Kinostart: 19. November

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