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Im Kino: „Houston“ mit Ulrich Tukur

Houston

In der Branche der Headhunter geht es um das Werben und Abwerben von Topkräften, dafür muss man manchmal ganz schön hartnäckig oder sogar rücksichtslos sein. In Bastian Günthers Film „Houston“ spielt Ulrich Tukur einen „Kopfjäger“ namens Clemens Trunschka, der auf der Jagd nach einem Kandidaten nach Houston, Texas, entsandt wird. Die Reise in die amerikanische Ölmetropole wird für den deutschen Geschäftsmann zu einer klassischen Zerfallserfahrung. Einsam sitzt er an gut gedeckten Tischen, blickt auf verspiegelte Fassaden, hört im Auto Problemhilfetexte und lässt sich zwischendurch immer wieder gründlich volllaufen. Ein bei aller Leutseligkeit undurchschaubarer Amerikaner namens Wagner wird für Trunschka zu einem Begleiter durch eine Welt, die Bastian Günther zu einer Projektionsfläche für die Psyche seiner latent paranoiden Hauptfigur macht. Zugleich ist „Houston“ aber sichtlich fasziniert vom mythischen Potenzial Amerikas, nur die Vermittlung zwischen diesen Interessen klappt nicht, denn es mangelt der Geschichte an echter Überzeugung, alles wirkt zutiefst konstruiert.

Text: Bert Rebhandl

Foto: Farbfilm Verleih

tip-Bewertung: Zwiespältig

Orte und Zeiten: „Houston“ im Kino in Berlin

Houston, ?Deutschland/USA 2012; Regie: Bastian Günther; Darsteller: Ulrich Tukur (Clemens Trunschka), Garret Dillahunt (Wagner), Jenny Schily (Christine Trunschka); 107 Minuten; FSK 12

Kinostart: 5. Dezember  

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