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Im Kino: „Humpday“

Humpday

Es sind nur wenige Schauplätze und bescheidene Verhältnisse, die Lynn Sheltons Low-Budget-Mumblecore-Komödie als Hintergrund dienen. In unprätentiös einfachem Handkamerastil aufgenommen, erzählt der dialogzentrierte Film von der unerwarteten Wiederbegegnung zweier Freunde, die nach dem College getrennte Wege gegangen sind. Ben, mit Frau, Job und Haus auf dem Weg, „bürgerlich“ zu werden, fühlt sich herausgefordert vom scheinbar unkonventionellen Weltenbummler Andrew, der eines Nachts vor seiner Tür steht. Als gelte es, mit einer maximalen Übertretung jedweden gegenseitigen Verdacht der Spießigkeit zu zerstreuen, beschließen beide, Akteure eines selbstgedrehten schwulen Pornos für das alternative „Humpday“-Kunstfilmfestival zu werden.
Sheltons Film entwickelt sich dabei zur alternativen Sittenkomödie, in der männliche Selbst- und Fremdbilder als improvisiertes Katz-und-Maus-Spiel zwischen Selbstinszenierung und Rollentypik inszeniert sind. Den beiden Hauptdarstellern gelingt es über weite Strecken, die Krampfigkeit der dauernden männlichen Selbstbestätigungen lebendig darzustellen.

Text: Michael Baute

tip-Bewertung: Annehmbar

Orte und Zeiten: „Humpday“ im Kino in Berlin

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HUMPDAY, USA 2009; Regie: Lynn Shelton; Darsteller: Mark Duplass (Ben), Joshua Leonard (Andrew), Alycia Delmore (Anna); 94 Minuten

Kinostart: 9. September

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