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Im Kino: „Hyde Park am Hudson“

Hyde Park am Hudson

Jahrzehntelang wusste kaum jemand davon, dass der 32. US-Präsident Franklin D. Roosevelt einst eine amouröse Liaison mit seiner Cousine fünften Grades hatte. Das änderte sich 1991, als Margaret „Daisy“ Suckley starb und ihre Tagebücher gefunden wurden. Basierend auf diesen Aufzeichnungen spekuliert nun Roger Michells „Hyde Park am Hudson“ nicht nur über diese Beziehung, sondern malt parallel dazu auch aus, was sich an einem Wochenende im Juni 1939 zugetragen haben könnte. Damals besuchte das britische Königspaar, der stotternde King George VI. und seine Gemahlin Queen Elizabeth, den präsidialen Landsitz, um im familiären Ambiente um Unterstützung für Großbritannien im drohenden Zweiten Weltkrieg zu bitten.
Aus Margarets Perspektive inszeniert Michell („Notting Hill“) den Blick durchs Schlüsselloch vor allem als sommerleichte Komödie mit gelegentlichen Schlenkern ins Drama, in der Weltpolitik und Privates, pragmatische Amerikaner und herrlich pikierte Royals mit Hot-Dog-Picknick-Panik aufeinandertreffen. Trotz einer gewissen Betulichkeit und eines ziemlich überschaubaren Erkenntnisgewinns über Roosevelt ist „Hyde Park am Hudson“ recht vergnüglich geraten – vor allem auch dank Bill Murray, der als poliokrankes, väterliches, charmantes, ironisches und schlitzohriges Staatsoberhaupt die große Bandbreite seines schauspielerischen Könnens zeigt.

Text: Sascha Rettig

Foto: Nicola Dove / Focus Features / TOBIS Film

tip-Bewertung: Sehenswert

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Hyde Park am Hudson (Hyde Park On Hudson), Großbritannien 2012; Regie: Roger Michell; Darsteller: Bill Murray (Franklin D. Roosevelt), Laura Linney (Daisy), Samuel West (Bertie); 96 Minuten; FSK 0

Kinostart: 28. Februar

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