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Im Kino: „Ich und Earl und das Mädchen“

Ich und Earl und das Mädchen

Einfach so wenig wie möglich auffallen, das ist das Bestreben von Greg für sein letztes High-School-Jahr. Doch dann drängt ihn seine Mutter, Zeit mit einer Klassenkameradin zu verbringen, bei der gerade Krebs diagnostiziert wurde. „Sie wird nicht sterben“, beruhigt Greg den Zuschauer gleich zweimal im Verlauf des Films, denn der heißt im Original „Me and Earl and the Dying Girl“. Dass man in Deutschland das Sterben aus dem Filmtitel entfernt hat (und auch aus der gerade erschienenen Taschenbuchausgabe der lesenswerten Romanvorlage von Jesse Andrews) ist eher fragwürdig, klingt er damit doch nach einem durchschnittlichen Teenie-Film. Was er nicht ist.
Zum einen ist er ebenso selbstreflexiv angelegt wie das Erstlingswerk des Regisseurs, „Warte bis es dunkel wird“, was zu den höchst witzigen Kurzversionen von Filmklassikern passt, die Greg und Earl drehen, zum anderen verzichtet er auf jegliche Sentimentalität und wirkt deshalb umso nachhaltiger. In seiner Gattung ein kleines Meisterwerk.

Text: Frank Arnold

Foto: 2015 Twentieth Century Fox

Orte und Zeiten: „Ich und Earl und das Mädchen“ im Kino in Berlin

Ich und Earl und das Mädchen (Me and Earl and The Dying Girl), USA 2015; Regie: Alfonso Gomez-Rejon; ?Darsteller: Thomas Mann (Greg), RJ Cyler (Earl), Olivia Cooke (Rachel); 106 Minuten

Kinostart: Do, 19. November 2015

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