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Im Kino: „Invasion“

Invasion

Josef lebt allein in einer weitläufigen Villa. Eines Tages begegnet er Nina, einer Cousine seiner verstorbenen Frau. Sie ist ein wenig grell, aber warmherzig und tröstlich, und ehe Josef sich versieht, hat er sie und ihren Sohn sowie dessen schöne Frau und deren Sohn bei sich wohnen. Platz ist ja genug. Mit der Zeit aber benehmen sich die neuen Mitbewohner doch etwas sonderbar. Als dann auch noch Ninas weltläufig jovialer Freund auftaucht und sich als Platzhirsch geriert, gewinnt die ganze Chose eine ungute Eigendynamik und reißt Josef mit sich.
„Invasion“ lebt von den Leerstellen, die Dito Tsintsadze im erzählerischen Gefüge bestehen lässt. Von der Unwägbarkeit und von der Mutmaßung. Davon, dass Figuren, deren Motive nicht offengelegt werden, Allianzen miteinander eingehen, deren Zweck sich nicht verrät. Vor allem aber lebt „Invasion“ vom Zusammenspiel der Schauspieler, die dafür sorgen, dass hier nicht lediglich Chiffren kollidieren, sondern Charaktere in spannungsreiche Beziehungen zueinander treten. Sie verleihen diesem sorgsam oberflächenpolierten Psychothriller Untiefen und Abgründigkeit, verschleppen den Genrefilm ins Märchenland, dorthin, wo aus Albträumen Horrorfamilien erstehen.

Text: Alexandra Seitz

Foto: 2011 Tom Trambow / Neue Visionen

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Invasion“ im Kino in Berlin

Invasion, Deutschland/Österreich 2011; Regie: Dito Tsintsadze; Darsteller: Burghart Klaußner (Josef), Heike Trinker (Nina); 102 Minuten; FSK 16

Kinostart: 28. Februar

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