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Im Kino: „The Invisible Woman“

The Invisible Woman

Als sie ihm das erste Mal begegnet, erscheint er als der vollkommene Familienvater, der seine Frau und all seine zehn Kinder dabei hat, wenn er die Inszenierung eines Stückes probt. Zugleich ist er ein ebenso großer wie wortgewandter Künstler, der ein Gespür dafür hat, worauf es auf der Bühne ankommt, und gegenüber den Schauspielern wie auch seinem Koautor klare Worte dafür findet. Doch auch im viktorianischen England gab es eine Diskrepanz zwischen Sein und Schein: Der berühmte Künstler verliebt sich in die nicht übermäßig begabte, 27 Jahre jüngere Schauspielerin, die 13 Jahre lang, bis zu seinem Lebensende, seine Geliebte sein wird – was er aber, selbst nach der Trennung von seiner Ehefrau, nie öffentlich machen mochte. Nach der modernisierten Filmadaption von Shakespeares „Coriolan“ ist die zweite Regiearbeit des britischen Schauspielers Ralph Fiennes eher klassisches Kostümkino, ohne allerdings die Charakterisierung der Personen hinter der Ausstattung zu verbergen. Kein sehr schmeichelhaftes Porträt, das Fiennes als Darsteller und Regisseur von Charles Dickens zeichnet – dessen Bücher trotzdem unsterblich bleiben.

Text: Frank Arnold

Foto: 2014 Sony Pictures Releasing GmbH

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „The Invisible Woman“ im Kino in Berlin

The Invisible Woman, ?Großbritannien 2013; Regie: Ralph Fiennes; Darsteller: Ralph Fiennes (Charles Dickens), ?Felicity Jones (Nelly Ternan), Kristin Scott Thomas (Frances Ternan); 111 Minuten; FSK k. A.

Kinostart: 24. April

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