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Im Kino: „Irre sind männlich“

Irre sind männlich

In eine falsche Identität zu schlüpfen, ist im Kino ein gern genommener Quell für spaßige Verwicklungen. Anno Saul etwa hat den Rollentausch 2006 zur Grundidee seiner Komödie „Wo ist Fred?“ gemacht und schleuste dafür Til Schweiger als vorgeblichen Rollstuhlfahrer in ein Behindertenwohnheim ein, mit Jürgen Vogel als eingeweihtem besten Kumpel. Nicht allzu weit entfernt ist die Grundaufstellung von Sauls neuester Komödie. Hier mischen sich Milan Peschel und Fahri Yardim als falsche Klienten in Gruppentherapien, um den Überschuss an attraktiven Frauen auszunutzen und sich als Tröster und Lover anzubieten. Als skurriler Psychozirkus hält insbesondere die Therapieform der Familienaufstellung her, was allerlei absurde Situationen abwirft, in denen besonders Peschel als – eigentümlich besetzter – Aufreißer-Chauvi seinem Affen Zucker gibt. Tatort-Star Yardim hingegen gibt sein Bestes, um seiner Figur – dem eigentlich sanftmütigen Beziehungsgeschädigten Daniel – feinere Facetten abzugewinnen. Insgesamt läuft das nur bedingt rund, zumal der Film schließlich ganz ins romantische und dann sehr formelhafte Fach abbiegt. Wie damals bei „Wo ist Fred?“ wirkt das ziemlich zwanghaft.

Text: Ulrike Rechel

Foto: 2014 Constantin Film Verleih GmbH / Stefan Erhard

tip-Bewertung: Zwiespältig

Orte und Zeiten: „Irre sind männlich“ im Kino in Berlin

Irre sind männlich?, Deutschland 2014; Regie: Arno Saul; Darsteller: Fahri Yardim (Daniel Lukas), ?Milan Peschel (Thomas Vierzig), Marie Bäumer (Sylvie); 93 Minuten; FSK 12

?Kinostart: 24. April

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