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Im Kino: „Istanbul United“

Istanbul United

In Istanbul gibt es drei große Fußballclubs, deren Fans einander mit Hingabe hassen. Manchmal sieht es in dem Dokumentarfilm „Istanbul United“ so aus, als wäre es für so manchen Hardcore-Ultra fast noch wichtiger, gegen einen gegnerischen Club zu sein als für den eigenen.
Doch dann kamen die Proteste auf dem Taksim-Platz, ausgehend von dem Widerstand gegen die Bebauung des Gezi-Parks. Und plötzlich entdeckten die radikalen Anhänger, dass sie auch einen gemeinsamen Gegner hatten: „Neoliberalismus und autoritäres Verhalten“, so benennt es einer der Gesprächspartner von Olli Waldhauer und Farid Eslam. Ihr Film zeigt eine Seite der Millionenstadt am Bosporus, die Touristen kaum einmal in den Blick bekommen. Heute sieht es aus, als wären die Proteste wirkungslos verpufft. Doch die Fans in den Stadien sind allzeit bereit zum nächsten Aufruhr: „Kommt her mit eurem Tränengas!“

Text: Bert Rebhandl

Foto: Port au Prince Pictures

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Istanbul United“ im Kino in Berlin

Istanbul United, Deutschland/Tschechien 2014; Regie: Olli Waldhauer, Farid Eslam; 90 Min.

Kinostart: Do, 18. September 2014

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