Kino & Stream

Im Kino: „Je suis Charlie“

Im Kino:

Nach einem von Terror gezeichneten Jahr beleuchten Daniel und Emmanuel Leconte den Überfall und die teilweise Auslöschung der Redaktion des Pariser Satiremagazins „Charlie Hebdo“. Schon 2011 hatte Daniel Leconte für einen Film Interviews mit den Köpfen des Blattes geführt. Anlass war der fragwürdige Prozess, bei dem den Journalisten aufgrund des Wiederabdrucks dänischer Mohammed-Karikaturen Rassismus vorgeworfen wurde – der mit einem Freispruch endete. Diese Archivaufnahmen der später ermordeten Zeichner bilden das Herzstück des neuen Films: kurze Porträts sympathisch streitbarer Freidenker. Streckenweise will die Dokumentation aber zu viel auf einmal sein. So reihen sich gegen Ende etwa private Erinnerungen an die Verstorbenen aneinander, bleiben aber nur an der Oberfläche. Doch trotz stilistischer Unstimmigkeiten liefert der Film einen wertvollen Denkanstoß und, zum Glück, keine schnellen Antworten auf ein Problem, dem sich nicht allein Frankreich stellen muss.    

Text: Ulrike Rechel

Foto: temperclay film

Orte und Zeiten: Je suis Charlie im Kino in Berlin

Je suis Charlie F 2015; R: Daniel Leconte, Emmanuel Leconte; 90 Min.

Kinostart: Do 7. Januar 2016

Mehr über Cookies erfahren