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Im Kino: „Jonas“

Jonas

Egal, ob als transsexuelle Martina oder als Vollproll Jürgen – in seinem Reality-Konfrontations-Spaßexperiment „Mein neuer Freund“ verschwand Christian Ulmen einst in unterschiedlichsten Rollen, um zu provozieren, zu nerven und sein jeweiliges Gegenüber aus der Reserve zu locken. Mit „Jonas“ knüpft er nun spielfilmlang an das Fernsehformat an und wurde dafür als 18-jähriger Jonas verkleidet in die Paul-Dessau-Gesamtschule in Zeuthen eingeschleust. Dort gab er sich als mehrfacher Sitzenbleiber aus, der jetzt unbedingt seinen Schulabschluss nachholen will. Zu den wenigen weiteren Vorgaben für dieses filmische Undercover-Projekt gehörten: Versagen in Mathe, in die Musiklehrerin verlieben und eine Band aufmachen.
Obwohl Jonas mit seiner übereifrigen, aber begriffsstutzigen Art heraussticht, geht es hier weniger um die Provokation. Er versucht, sich zu integrieren und findet sogar Freunde, wobei einige recht witzige, dokumentarische Eindrücke aus dem Unterrichtsalltag eingefangen werden. Angesichts der Unklarheit, wie unerkannt er tatsächlich blieb, steht Ulmen selbst allerdings einer authentischen Beobachtung letztlich immer mal wieder im Wege.

Text: Sascha Rettig

Foto: Delphi Filmverleih

tip-Bewertung: Annehmbar

Orte und Zeiten: „Jonas“ im Kino in Berlin

Jonas, Deutschland 2010; Regie: Robert Wilde; Darsteller: Christian Ulmen (Jonas Slooth), Schüler und Lehrer der musikbetonten Gesamtschule Paul Dessau, Zeuthen; 110 Minuten; FSK 6

Kinostart: 5. Januar

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