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Im Kino: „Keep The Lights On“

Keep The Lights On

New York bietet scheinbar die natürliche Umgebung für eine Beziehung, wie Ira Sachs sie in „Keep the Lights On“ schildert. Hier leben Erik und Paul, beide um die 30, eine intensive, sexbetonte Liebesbeziehung. Der eine, Thure Lindhart als handfest auftretender Erik, ist ein eher darbender Filmemacher; der ätherische Paul (Zachary Booth) arbeitet als gut bezahlter Anwalt. So gut eingetaktet im liberalen Grundgefühl New Yorks Ende der Neunziger sind die beiden, dass selbst die Umstände ihres Kennenlernens eher unspektakulär anmuten: In der Eingangsszene wählt Erik in seinem düsteren Schlafzimmer eine Telefonsex-Hotline und schildert Zuhörer Paul seine Vorzüge. Der Drogenkonsum, Pauls Mittel zum Runterkommen, wirkt anfangs noch bewältigbar. Doch im Lauf der Geschichte, die mittels elliptischer Zeitsprünge die Spanne von neun Jahren schildert, wird die Sucht zur Triebkraft einer Abwärtsspirale, die beide Männer mitreißt. Sachs legt seinen autobiografisch inspirierten Film als Folge von Schlüsselszenen an, die den harten Wechsel zwischen Abstürzen und Innigkeit so sensibel wie ungeschönt nachzeichnen.

Text: Ulrike Rechel

Foto: Salzgeber

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Keep The Lights On“ im Kino in Berlin

Keep The Lights On, USA 2012; Regie: Ira Sachs; Darsteller: Thure Lindhardt (Erik), Zachary Booth (Paul), Parika Steen (Karen); 
102 Minuten; FSK k.A.

Kinostart: 25. Oktober

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