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Im Kino: „Kinder der Steine, Kinder der Mauer“

Kinder der Steine, Kinder der Mauer

1989 entstand in Bethlehem ein Bild, auf dem sechs palästinensische Jungen zu sehen sind. Sie nehmen die Posen von Siegern ein, ohne schon wirklich zu verstehen, was für das eigene Volk damals mit dem Beginn der ersten Intifada auf dem Spiel stand. 20 Jahre später hat Robert Krieg, der damals „Intifada – Auf dem Weg nach Palästina“ drehte, nach den Männern gesucht, zu denen die sechs Jungen herangewachsen sind: Sie sind immer noch Freunde und geben nun sehr unmittelbare Eindrücke vom prekären Leben im Schatten der Mauer, hinter der Israel sich abschottet.
Krieg findet in seinen Protagonisten so etwas wie Stimmen des palästinensischen Common Sense, sie sind keine Fanatiker, sie sehen sich aber unzweideutig als Opfer des mächtigen Staates, von dem sie sich in ihren Existenzgrundlagen beschnitten sehen. „Kinder der Steine, Kinder der Mauer“ überzeugt mit aufschlussreichen Bildern von der Siedlungspolitik und vom alltäglichen Leben in der Stadt Bethlehem, von der aus man nach Jerusalem sieht – einfach hinfahren aber kann man nicht mehr.

Text: Bert Rebhandl

tip-Bewertung: Sehenswert

Kinder der Steine, Kinder der Mauer, Deutschland 2010; Regie: Robert Krieg; 87 Minuten; FSK k.A.

Kinostart: 24. Februar

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