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Im Kino: „Kleine Morde“

Kleine Morde

Deutschland in der nahen Zukunft: Die Strafmündigkeitsgrenze ist aufgehoben, so dass auch Kinder vor Gericht wie Erwachsene behandelt werden können. Beim ersten nach dem neuen Recht verhandelten Fall wird der 13-jährige Sohn eines Richters angeklagt, einen kleinen Jungen ermordet zu haben. Gleichzeitig macht ein aus der Haft ausgebrochener Kindermörder die Gegend unsicher, und der beste Freund des Angeklagten ist ein affektgesteuerter Waffennarr.
Aus der Frage nach tatsächlicher Schuld und emotionaler Schuldfähigkeit versucht Regisseur Adnan G. Köse in „Kleine Morde“ ein Kriminaldrama mit gesellschaftspolitischem, besser noch rechtsphilosophischem Tiefgang zu konstruieren. Das Ergebnis ist ein angestrengter Erzählgestus, der sich mit stilistischen Modewaren herausputzt, von theatralischem Chiaroscuro und betont harten Einstellungswechseln über ein kunstgewerblich poliertes Szenenbild bis zum elegant-atmosphärischen Soundtrack und sentenzhaften Dialogen (gerne auf Lateinisch). Das alles soll bloß nicht nach Tatort aussehen – und sieht aus wie ein überambitionierter, besonders nerviger Tatort.

Text: Stella Donata Haag

Foto: STUDIOCANAL

tip-Bewertung: Uninteressant

Orte und Zeiten: „Kleine Morde“ im Kino in Berlin

Kleine Morde, Deutschland 2012; Regie: Adnan Günter Köse; Darsteller: Paul Falk (Martin), Ann-Kathrin Kramer (Julia Corner), Uwe Ochsenknecht (Richter); 94 Minuten; FSK 16

Kinostart: 20. September

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