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Im Kino: „Knight of Cups“

Im Kino:

Terrence Malick arbeitet sein Leben lang im Grunde an nur einem Film, den er in verschiedenen Variationen immer wieder neu montiert: Im Mittelpunkt steht der Mensch, der in ein Dasein geworfen wurde, das ihn dimensional weit übersteigt und das er auf seine bescheidenen Weisen zu begreifen sucht. Auch „Knight of Cups“ variiert dieses Grundthema, und dass es dabei einen nur sehr dünnen narrativen Faden gibt, auf dem die Begegnungen eines von Christian Bale gespielten Hollywoodautors mit hübschen Frauen und markigen Männern aufgefädelt werden, darf einen nicht stören. Ebenso wenig, dass diffuse, spirituelle Krisen hier allemal wichtiger sind als Finanzprobleme im Alltag von Los Angeles. Darin liegt eine Beschränktheit, aber auch eine unbestreitbare Größe.
Malick verteidigt eine spektakuläre Außenseiterposition: Sein Kino ist ganz nahe am First-Person-Cinema der 60er-Jahre-Avantgarden und übt sich zugleich im hohen Ton einer episkopalen Predigt an die Menschheit. Die Figuren haben kaum vorgeschriebene Dialoge, sie bewegen sich auch in „Knight of Cups“ durch Sequenzen, in denen der Mehrwert durch Kommentarstimmen, Literaturzitate und eine bestimmende Orchestertonspur kommt, in der sich der symphonische Aufbau von Malicks Filmerzählungen spiegelt. Ein sinnliches Vergnügen ist das allemal – für die geforderte Andacht aber muss man die nötige Bereitschaft schon mitbringen.       


Text:
Robert Weixlbaumer

Foto: Dogwood Pictures LLC

Orte und Zeiten:
Knight Of Cups

Knight Of Cups USA 2015; R: Terrence Malick; D: Christian Bale (Rick), Cate Blanchett (Nancy), Natalie Portman (Elizabeth); 118 Min.

Kinostart:
Do, 10. September 2015

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