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Im Kino: „König des Comics – Ralf König“

König des Comics - Ralf König

Kaum ein Jahr nach seiner starken Stricher-Recherche „Die Jungs vom Bahnhof Zoo“ lässt Rosa von Praunheim den nächsten Film folgen.­ Im Fokus steht Ralf König – mit seinem schwulen Figuren­kosmos wohl der untypischste Mainstream-Star des deutschen Comics. Seine Hommage anlässlich von Königs 50. Geburtstag zieht der Regisseur als Hausbesuch auf: In der Umgebung seiner Kölner Wohnung blickt der Zeichner weitgehend selbst auf sich und seine Laufbahn zurück; ein recht beschaulicher Weg, vom Aufwachsen in einem westfälischen Kaff über die bündige schwule Selbstfindung via Dortmund bis Köln.
Fast ein wenig pflichtschuldig wird Königs Weg mit der Schwulenbewegung verknüpft, wichtiger ist da die Annäherung an die Persönlichkeit des introvertierten Künstlers. So rückt ein Fan der ersten Stunde in die Rolle des zweiten Interviewers, mit teils fantypischen Fragen wie der, auf welchen Männertyp aus seiner Comicwelt König selbst steht – eher den Typ südländischer Bauarbeiter? Oder den zierlichen „promisken“ Gegenpart? Der Film findet so einerseits einen sympathisch unterhaltsamen Grundton. Andererseits gelangt er kaum über eine freundliche Oberflächlichkeit hinaus.

Text: Ulrike Rechel

Foto: Basis Film-Verleih

tip-Bewertung: Annehmbar

Orte und Zeiten: „König des Comics – Ralf König“ im Kino in Berlin

König des Comics – Ralf König; Deutschland 2012; Regie: Rosa von Praunheim; 80 Minuten; FSK k.A.

Kinostart: 23. Februar

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