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Im Kino: „Last House on the Left“ von Dennis Illiadis

last houseCraven, der später mit Popcorn-Horror wie „Nightmare on Elm Street“ und „Scream“ Weltruhm erlangte, legte mit „Das letzte Haus links“ einen äußerst unbequemen Exploitation-Film vor, der gemeinsam mit Sam PeckinpahsWer Gewalt sät“ das Rape-and-Revenge-Subgenre definierte, aus dem dann raue Blockbuster wie „Ein Mann sieht Rot“ entstehen konnten. Die Story ist schnell erzählt: Zwei junge Mädchen werden im Wald von einem Gangsterquartett brutal missbraucht und schließlich umgebracht. Später suchen die Übeltäter unwissend in dem Haus der Eltern des einen ermordeten Mädchens Unterschlupf. Nun werden sie selbst Opfer der blutigen Rache der Eltern. Als wi­derliche Brutalitätenshow wurde der Film bei seinem Kinostart vom katholischen Filmdienst gebrandmarkt. Die Videoveröffentlichung in den 80er Jahren unter dem Titel „Mondo Brutale“ wurde bun­desweit beschlagnahmt. Heute ist das Original in Deutschland nur noch in einer um elf Minuten gekürzten Fassung auf DVD verfügbar. Doch dafür gibt es jetzt ein von Wes Craven ordentlich produziertes Remake, das auch hierzulande unter dem Originaltitel „Last House on the Left“ anläuft.

last houseNatürlich sind die Gewaltdarstellungen heute weitaus überzeugender und schmerzhafter in Szene gesetzt als noch vor 37 Jahren. Ob man den neuen Film deshalb auch wegen angeblicher Gewaltverherrlichung verdonnern wird und ob er ungekürzt in die deutschen Kinos kommt, bleibt abzuwarten. Spaß im herkömmlichen Sinne haben die Protago­nis­ten bei ihrem unschönen Rachefeldzug und die armen Zuschauer im Kino jedenfalls nicht. Nur ganz am Schluss des Films gibt es eine befreiend explosive Kopfnuss. Sonst lässt der griechische Regisseur Dennis Iliadis („Hardcore“) pädagogische Milde walten, indem er dem rachsüchtigen Vater eben keine Kettensäge (wie im Original) in die Hand drückt und eines der Mädchen sogar überleben lässt. Das muss doch einfach Pluspunkte bei den Sittenwächtern geben.

Text: Jörg Buttgereit

tip-Bewertung: Annehmbar

Last House on the Left USA 2009; Regie: Dennis Iliadis; Darsteller: Garret Dillahunt (Krug), Michael Bowen (Morton), Joshua Cox (Giles);
Farbe, 100 Minuten;

Kinostart: 14. Mai

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