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Im Kino: „Le Fil – Spur der Sehnsucht“

le_filEr zieht zu seiner Mutter Sara in das Haus seiner Kindheit, eine feine Villa am Meer, und bald schon fühlt er sich wie früher gegängelt und eingeengt. Umso mehr, als es ihm der hübsche Untermieter Bilal sehr angetan hat, er es zugleich aber nicht wagt, seiner Mutter endlich seine Homosexualität zu gestehen. Angesichts der in arabischen Ländern verbreiteten Homophobie denkt man zunächst, Mehdi Ben Attias „Le Fil – Die Spur unserer Sehnsucht“ würde sich zu einer Familientragödie entwickeln. Aber dann bekommt man es doch eher mit einem Gesellschaftsporträt zu tun, das Wunsch und Wirklichkeit kurzerhand zusammenzwingt, und Verständnis und Akzeptanz einfordert, indem es deren Existenz behauptet. Dadurch wirkt „Le Fil“ immer mal wieder uneinheitlich in der Tonlage und disparat im Inszenierungsstil. Für die Holprigkeiten entschädigt einen jedoch Claudia Cardinale in der Mutterrolle; eine in Würde gealterte Diva, die Klunker trägt und zu rauchen versteht und in deren Augen die Glut noch lange nicht erloschen ist.

Text: Alexandra Seitz

tip-Bewertung: Annehmbar

Orte und Zeiten: Le Fil – Die Spur unserer Sehnsucht“ im Kino in Berlin

Le fil Frankreich/Belgien 2009; Regie: Mehdi Ben Attia; Darsteller: Ramla Ayari (Syrine), Salim Kechiouche (Bilal), Claudia Cardinale (Sara); 93 Minuten

Kinostart: 27. Mai

NEUSTARTS IN BERLIN

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