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Im Kino: „The Lego Movie“

The Lego Movie

In meiner Kindheit der 1960er-Jahre war Lego sicher das coolste und fantasievollste Spielzeug, das man sich denken konnte. Dabei waren die Möglichkeiten, mit den dänischen Steckbausteinen etwas zu konstruieren, zunächst eher simpel: Man kaufte Schachteln mit roten oder weißen Steinen, dazu gab es Dachbausteine und vielleicht noch ein paar Fenster: Häuser, Bahnhöfe oder Burgen entstanden dann je nach Gusto und Fantasie der jeweiligen Bauherren und –damen. Zehn Jahre später, in der Kindheit meines Bruders, war das Lego-Spielzeug schon viel spezialisierter, meistens nur noch nach Anleitung zu bauen, und was mit Feuerwehren anfing, war mit Raumschiffen noch längst nicht zu Ende. Die Technisierung von Lego ist bis heute immer weiter vorangeschritten – auch wenn die Bausteine im Prinzip natürlich immer noch frei kombinierbar sind.
„The Lego Movie“, der erste Computeranimationsfilm in Spielfilmlänge, der sich mit dem Lego-Universum beschäftigt, zieht aus genau dieser Entwicklung seinen Witz und hält dabei ein eindeutiges Plädoyer für die freie Fantasie: Erzählt wird die Geschichte des Legomännchens Emmet, eines eher farblosen, angepassten Bauarbeiters, der sein ganzes Tun ausschließlich nach Anleitung gestaltet. Das sind in Wirklichkeit die Anweisungen des fiesen Lord Business, dessen Hauptziel darin besteht, Ordnung ins vermeintliche Chaos zu bringen und Lego zu einer starr fixierten Modellwelt zu degradieren. Dem Schurken gegenüber steht eine wild zusammengewürfelte Truppe von Rebellen und Meisterbauern, die genau das verhindern will und den harmlosen Emmet in ihre Abenteuer hineinzieht, weil sie ihn versehentlich für den Auserwählten einer – tatsächlich nur erfundenen – Prophezeiung halten.
Der überaus temporeiche Kampf um das fantasievolle Spielen gestaltet sich mit chaotischen Actionsequenzen, sehr lustigen Dialogen („Man reiche mir das wattebewehrte Zepter von Q-tip“) und viel Ironie, mit der Superhelden und Bösewichte  auf die Schippe genommen werden, überaus vergnüglich – man spürt sowohl die Mühe als auch die Liebe, mit der die Regisseure Phil Lord und Christopher Miller und ihre Mitarbeiter die bunten Welten in rund drei Jahren Arbeit erschaffen haben. Dass die Firma Lego den Film natürlich mit entsprechendem Merchandising (den Figuren und Welten des Films) begleitet, mag zwar die Moral des Films konterkarieren, nimmt der Geschichte jedoch überhaupt nichts von ihrem Witz. In der Realität regiert eben immer Lord Business.

Text: Lars Penning

Foto: 2014 Warner Bros. Entertainment Inc. / Courtesy of Warner Bros. Pictures

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „The Lego Movie“ im Kino in Berlin

The Lego Movie, USA 2014; Regie: Phil Lord & Christopher Miller; Stimmen OF: Chris Pratt (Emmet), Will Ferrell (Lord Business), Elizabeth Banks (Wyldstyle/Lucy); 100 Minuten; FSK k. A.

Kinostart: 10. April

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