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Im Kino: „Liberace“ von Steven Soderbergh

Liberace

Der amerikanische Entertainer Liberace war eine Figur so richtig nach dem Klischee von Las Vegas: Als Pianist wechselte er virtuos zwischen Kitsch und Kunst, so richtig wirksam wurde er aber erst durch seine Selbstinszenierung, die an Pomp und Glamour kaum zu überbieten war. Liberace war das, was im schwulen Untergrund von New York schon in den Fünfzigerjahren als eine „flaming creature“ bezeichnet wurde, allerdings mit dem entscheidenden Unterschied, dass er nie offiziell zu erkennen gab, dass er schwul war. Um dieses offene Geheimnis herum strukturiert Steven Soderbergh seinen biografischen Film über Liberace, in dem wir zwei heterosexuellen Schauspielern bis in die innersten Gemächer einer homosexuellen Beziehung folgen können: Michael Douglas spielt Liberace als von sich selbst eingenommenen Märchenprinzen, neben dem der unbedarfte Scott (Matt Damon) rettungslos in die Drogensucht abstürzt. „Liberace“ ist in erster Linie ein Kostümfilm, psychologische Aspekte stehen gleichsam wie zusätzliche Ausstattungsstücke in den bizarren Räumen dieses Showbiz-Dramas.

Text: Bert Rebhandl

Foto: DCM 2013

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Liberace“ im Kino in Berlin

Liberace (Behind The Candelabra), ?USA 2013; Regie: Steven ?Soderbergh; Darsteller: Michael Douglas (Liberace), Matt Damon (Scott Thorson), Scott Bakula (Bob Black); 118 Minuten; FSK: k.A.

Kinostart: 3. Oktober

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