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Im Kino: „Lichtes Meer“

Im Kino:

Spannendes Stilmittel eigentlich: Marek sagt oft gar nicht, was er denkt – zumindest nicht in den Dialogen mit Jean, in den er sich verliebt. Als Zuschauer hört man es trotzdem, denn er spricht immer wieder alternative Verläufe seiner Gespräche mit Jean aus dem Off. Der arbeitet im Maschinenraum eines Containerschiffs auf dem Weg von St. Nazaire nach Martinique. Marek aus Mecklenburg hat als Matrose angeheuert. Seinen schifffahrtsromantischen Fantasien (die er aus dem 19. Jahrhundert, aus Pierre Lotis homoromantischem Roman „Islandfischer“ hat, den er so gerne liest) hält die Wirklichkeit nicht stand. Das wogende Meer, der Karibik-Urwald, die beiden Männer miteinander, sogar die für Schwulenfilme anscheinend obligatorischen Duschszenen – all das ist schön fotografiert; aber Mareks Coming-of-Age-Reise auf dem Cargo-Frachter bleibt psychologisch allzu simpel, wenn auch, ein Glück, keine Coming-Out-Story.    

Text: Stefan Hochgesand

Foto: Edition Salzgeber

Orte und Zeiten: Lichtes Meer

Lichtes Meer D 2015; R: Stefan Butzmühlen; D: Martin Sznur (Marek), Jules Sagot (Jean), Katharina Melchior (Mareks Mutter);
79 Min.

Kinostart: Do, 4. Februar 2016

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