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Im Kino: „Liebesbriefe eines Unbekannten“

Liebesbriefe eines Unbekannten

Der durchtrainierte Boaz, Student semitischer Sprachen in Tel Aviv, verdreht Frauen im Cafй und Männern im Schwimmbad den Kopf. Dabei wartet er vor allem auf einen Brief aus Jerusalem: die Zusage für ein Stipendium dort. Stattdessen landen Liebesbriefe eines anonym bleibenden Mannes in seinem Postfach, die eine akribische Kenntnis seines Alltags offenlegen. Das beklemmt Boaz’ Sicht auf die Männer um ihn herum: Sind die Briefe vom Nachbarn schräg gegenüber, der brav seine Blumen gießt? Oder vom Automechaniker, der behauptet, Boaz’ Wagen absichtlich schlecht zu reparieren, um ihn wiederzusehen? Boaz schwankt zwischen verstörter Abwehr und passionierter Neugier, wofür Yariv Mozer auf Grundlage von Jossi Avnis Roman „Der Garten der toten Bäume“ feinfühlige Dialoge und verlockende Bilder findet. Es ist schließlich die Freundin von Boaz, die den klärenden Showdown in diesem spannenden Spiel des Begehrens herbeiführt.

Text: Stefan Hochgesand

Foto: PRO-FUN MEDIA

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Liebesbriefe eines Unbekannten“ im Kino in Berlin

Liebesbriefe eines Unbekannten (Snails in the rain), Israel 2013; Regie: Yariv Mozer; Darsteller: Yoav Reuveni (Boaz), Moran Rosenblatt (Noa), Yehuda Nahari (Nir); 82 Minuten; FSK 16

Kinostart: 13. März

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