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Im Kino: „Life In Stills“

Life In Stills

The Photohouse heißt das älteste Fotogeschäft Tel Avivs, dessen Archiv über eine Million Negative umfasst, die in schmalen Holzkarteikästen schlummern. Rudi Weissenstein hat sie geschossen; der berühmte Fotograf durfte 1948 als Einziger die Unabhängigkeitserklärung Israels dokumentieren. 1940 haben er und seine Frau Miriam The Photohouse aufgebaut, seit er vor 20 Jahren verstarb, wacht die 1913 geborene Miriam über das geschichtsträchtige Material. Ihr Enkel Ben hilft dabei. Seit sein Vater vor wenigen Jahren seine Mutter ermordete und sich dann selbst tötete, haben Miriam und Ben zu einer eigenwilligen Einheit gefunden. Die Dokumentation „Life in Stills“ von Tamar Tal zeigt, wie eng ihr Verhältnis ist, wie schrullig und humorvoll zugleich. Doch 58 Minuten sind einfach zu kurz, um die Geschichte von The Photohouse sowie das bewegte Leben von dessen rüstiger Hüterin zu umreißen. Und so lebt der Film von den verschmitzten Kabbeleien zwischen Oma und Enkel und konzentriert sich auf deren aktuelle und vergangene Tragödien und Freuden. „Life in Stills“ ist eine berührende Stippvisite bei zwei außergewöhnlichen Menschen mit einer großen Leidenschaft für die Fotografie.

Text: Cristina Moles Kaupp

Foto: Moviemento Filmverleih

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Life In Stills“ im Kino in Berlin

Life In Stills, Israel 2011; Regie: Tamar Tal; 58 Minuten; FSK 0

Kinostart: 16. August

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