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Im Kino: „Lila, lila“ mit Daniel Brühl

Die Vorlage: ein hübsch vertrackter, fatal plausibler Bestseller des Schweizer Autors Martin Suter über den Einfluss eines alten Romanmanuskripts auf die Ge­gen­wart.
Der Film: eine durch die Umstände verkomplizierte Liebesgeschichte, die es trotz schwarzhumoriger Einlagen mit (fast) allen nett meint. Der Verweis auf Simenon am Anfang legt eine wohlkalkulierte falsche Fährte, denn ir­gendwann ist klar, dass der Weg aus dem Dilemma dringend mit einer Leiche gepflastert sein muss. Mindestens.
Die Besetzung der Rolle des Protagonisten und Erzählers David mit Daniel Brühl bringt eine physiognomisch-körpersprachliche Verharmlosung mit sich, die der Story um den literarischen Hochstapler aus Liebe ein wenig den existenziellen Zahn zieht. Geht es doch eigentlich um die Frage nach dem Status von Wahrheit und Identität angesichts der Möglichkeitsfülle der Illusion. „Lila, Lila“ gewinnt spät an Fahrt, aber dann gleich mächtig, wenn Henry Hübchen die Szene betritt und als Davids Gegenspieler Jackie seinen inneren Juhnke von der Leine lässt. Als Charge ist er kaum zu übertreffen.

Text: Stella Donata Haag

tip-Bewertung: Annehmbar

Orte und Zeiten: „Lila, lila“ im Kino in Berlin

Lila, Lila, Deutschland 2009; Regie: Alain Gsponer; Darsteller: Daniel Brühl (David), Hannah Herzsprung (Marie), Henry Hübchen (Jacky); Farbe, 108 Minuten

Kinostart: 17. Dezember

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