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Im Kino: „The Look of Love“ von Michael Winterbottom

The_Look_of_Love_01_c_AlpenrepublikSex sells! Einer, der das früh erkannte, war Paul Raymond, der – beginnend 1958 mit Nachtclubs und Strip-Shows in Londons Vergnügungsviertel Soho – ein ganzes Imperium errichtete und auch dank des dabei erworbenen Grundbesitzes 1992 zum reichsten Mann Großbritanniens erklärt wurde. Michael Winterbottom geht es in seinem Film allerdings weniger um den Business-Aspekt der Geschichte als um die Tragödie eines Mannes, der alles hatte und das ihm Wichtigste verlor – seine geliebte Tochter Debbie, von ihm ausersehen, sein Imperium zu übernehmen. Doch als sie in einer von ihm finanzierten Revue das notwendige Gesangstalent vermissen lässt, führen Selbstzweifel zu Drogenkonsum, der in einer Überdosis endet.

Steve Coogan (in seiner vierten Zusammenarbeit mit Winterbottom) verleiht Raymond eine eindrucksvoll janusköpfige Gestalt als jemand, der seinen Teil zur sexuellen Befreiung der Briten geleistet hat, aber ebenso auch die hässliche Seite der Siebziger mit ihrem uneingeschränkten Hedonismus und ihren permanenten Kokainräuschen verkörpert. Trotzdem hat man den Eindruck, aus der Geschichte hätte man mehr herausholen können.

Text: Frank Arnold

Foto: Alpenrepublik

tip-Bewertung: Zwiespältig

Orte und Zeiten: „The Look of Love“ im Kino in Berlin

The Look of Love Großbritannien/USA 2013; Regie: Michael Winterbottom; Darsteller: Steve Coogan (Paul Raymond), Anna Friel (Jean Raymond), Tamsin Egerton (Fiona Richmond); 99 Minuten; FSK k.A.;

Kinostart: 29. August

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