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Im Kino: „Lose Your Head“

Lose Your Head

Für ihren Spielfilm „Lose Your Head“ haben sich Stefan Westerwelle und Patrick Schuckmann von Fällen junger Partytouristen in Berlin inspirieren lassen, die nach einer Clubnacht nie wieder gesehen wurden. In eine solche Nacht voller Beats, leicht zugänglicher Drogen und offenherziger Nachtmenschen stürzt sich Luis: ein junger Madrilene, der aus einer faden schwulen Beziehung flüchtet. Dabei erlebt er in kürzester Zeit Lust, Liebe und Drogenrausch und landet in einer Amour fou mit dem mysteriösen Ukrainer Viktor. Der hat womöglich etwas zu tun mit dem Verschwinden eines jungen Clubbers, der Luis ähnlich sieht und verzweifelt von seiner Familie gesucht wird. Nach einem dokuhaften Beginn als Kiezfilm wendet sich „Lose Your Head“ bald ins Thrillerhafte. Dabei erinnert Luis – gespielt von Fernando Tielve, der eine sehr ähnliche Rolle in „London Nights“ spielte – an eine Alice im Wunderland, wenn er halb verstrahlt, halb klar durch ein schaurig-schönes Berliner Szenepanoptikum stolpert. Der anfänglich natürliche Blick verliert sich dabei. Was bleibt, ist ein angedeuteter Thriller mit einer allzu unbestimmten Hauptfigur, um wirklich Fahrt aufnehmen zu können.

Text: Ulrike Rechel

Foto: Pro-Fun Media

tip-Bewertung: Zwiespältig

Orte und Zeiten: „Lose Your Head“ im Kino in Berlin

Lose Your Head?, Deutschland 2013; Regie: ?Stefan Westerwelle, Patrick Schuckmann; Darsteller: ?Fernando Tielve (Luis), Marko Mandic (Viktor), Sesede Terziyan (Elena); 99 Minuten; ?Kinostart: 19. September

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