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Im Kino: „Lost Place“

Lost Place

Das Szenario kennt man: Vier junge Leute, die ihren Alltag mit Geocaching, einer modernen Schnitzeljagd, aufpeppen wollen, sind unterwegs im Hinterland. Ein Schild „Betreten verboten“ wird selbstredend ignoriert und schon befindet man sich auf einem verlassenen Campingplatz, dessen Aussehen nichts Gutes verheißt.
Diesmal befinden wir uns allerdings nicht im mittleren Westen der USA, sondern in den Wäldern der Pfalz, wo keine Kannibalenfamilie auf die Protagonisten lauert, sondern eine weitaus realere Gefahr. Ein amerikanischer Richtfunkturm, Überbleibsel aus Zeiten des Kalten Krieges, deutet an, dass es um geheime Experimente ging: Sind deren Spätfolgen vielleicht heute noch zu spüren und Auslöser des Unheils, das über die jungen Leute hereinbricht? Was manchmal wie eine deutsche Variante des US-Films „Chernobyl Diaries“ wirkt, ist solides Spannungskino, ein Kammerspiel, das sich glücklicherweise auch für seine vier Protagonisten interessiert (Anatole Taubman in einem kurzen Gastauftritt ist die erwartete Klasse für sich). Gäbe es in Deutschland ein wirklich funktionierendes Genrekino, „Lost Place“, das Langfilmdebüt des dffb-Absolventen Thorsten Klein, wäre kein schlechter Vertreter.

Text: Frank Arnold

Foto: Bettina Enigl / MovieBrats, Dragonfly Films, NFP

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Lost Place“ im Kino in Berlin

Lost Place, ?Deutschland 2013; Regie: Thorsten Klein; Darsteller: François Goeske (Daniel), Josefine Preuß (Jessica), Jytte-Merle Böhrnsen (Elli); 101 Minuten; FSK 12

Kinostart: 19. September

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