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Im Kino: „Lost River“

Lost River

Eine Geisterstadt, das wird Lost River bald sein. Dass Billy, die alleinerziehende Mutter zweier Söhne, nicht wegziehen mag, hängt mit dem Haus ihrer Eltern zusammen, das sie nicht aufgeben will. Dafür nimmt sie schließlich sogar ein Angebot von Dave an, dem neuen Bankmanager, der sich freundlich gibt, ihr aber einen eher dubiosen Job auf der Bühne eines Nachtclubs verschafft. Währenddessen verliebt sich ihr Ältester in die zurückgezogen lebende Nachbarin und erregt gleichzeitig die Aufmerksamkeit eines gewalttätigen Psychopathen.
Mit seinem Regiedebüt – bei dem er auch als Drehbuchautor und Produzent fungiert – legt der Schauspieler Ryan Gosling ein eigenwilliges Stück American Gothic vor, bei dem sich der Zuschauer an die Filme von David Lynch im Allgemeinen und an „Die Nacht des Jägers“, die einzige Regiearbeit des Schauspielers Charles Laughton, im Besonderen erinnert fühlt. Dass „Lost River“ tief in der Filmgeschichte verwurzelt ist, unterstreicht auch der Auftritt der unvergleichlichen Barbara Steele, einer Ikone des italienischen Horrorfilms der 60er-Jahre.
Gosling selbst platziert seinen Film zwischen den – wie er zutreffend sagt – „in der Realität verorteten“ Arbeiten von Derek Cianfrance und den „Fieberträumen“ von Nicolas Winding Refn, in deren Filmen er in den letzten Jahren zweifellos einige seiner besten schauspielerischen Leistungen erbracht hat. Dass Gosling neben einem Gespür für Darsteller auch einen ausgeprägten optischen Sinn besitzt, ist „Lost River“ anzumerken.

Text: Frank Arnold

Foto: BOLD FILMS PRODUCTIONS, LLC. / TIBERIUS FILM GMBH

Orte und Zeiten: „Lost River“ im Kino in Berlin

Lost River, USA 2014; Regie: Ryan Gosling; Darsteller: Christina Hendricks (Billy), Saoirse Ronan (Rat), Iain De Caestecker (Bones); 95 Minuten

Kinostart: Do, 28. Mai 2015

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