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Im Kino: „Love Alien“

Love Alien

An seinem dreißigsten Geburtstag sitzt Wolfram vor seiner Webcam, ein Glas Mineralwasser neben sich, Kerzenlicht flackert, das Telefon liegt empfangsbereit auf dem Tisch und schweigt. Er resümiert: „Was werde ich den Leuten erzählen, wenn sie mich fragen, was ich an diesem Tag gemacht habe? Nun, bei der Essensausgabe habe ich versehentlich die Brüste einer Nonne gestreift. Und beim Ave Maria später hat sie geweint. Hoffentlich nicht wegen mir.“ Wolfram Huke, Regisseur und Protagonist des Dokumentarfilms „Love Alien“, ist einer schmerzlich-dringlichen Frage auf der Spur: Warum hatte er bis zum jetzigen Zeitpunkt noch keinen Kuss, keinen Sex, keine Freundin? Um Kern und Lösung des Problems ausfindig zu machen, nähert sich Huke dem Themenkomplex „Unfreiwillige Klausur“ aus verschiedenen Richtungen: Dating Portale, Coaching, Methoden zur Aufwertung der äußeren Attraktivität, Gespräche mit Vertreterinnen des undurchschaubaren Personenkreises. „Love Alien“ überrascht dabei nicht mit neuen Erkenntnissen. Die Art jedoch, wie Huke sich dem Zuschauer preisgibt, ohne sich durch Peinlichkeit selbst zu demontieren, sie ist besonders.

Text: Carolin Weidner

Foto: Wolfram Huke

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Love Alien“ im Kino in Berlin

Love Alien, Deutschland 2012; Regie: Wolfram Huke; 75 Minuten; FSK 0

Kinostart: 16. Mai

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