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Im Kino: „Love“

Im Kino:

Murphy, ein junger Amerikaner in Paris, der gerne Filmemacher werden möchte, trauert an einem Neujahrsmorgen um die verschwundene schöne Französin Electra und verflucht die schöne, noch keine 18 Jahre alte Französin Omi, mit der er ein Kind hat. In 3D, in endlosen 134 Minuten an Liebesakten, von einem Monolog zusammengehalten, der das Leben eines Mannes beweint, dem am falschen Ort zur falschen Zeit das Kondom riss. Stehende und liegende Körper in starrem Bildvordergrund, hologrammartige Ejakulationen. Züchtige Unterwäsche, nackte Models beim Sex und das sprachliche Repertoire eines Poesiealbums. Das ist „Love“. „Enter the Void“ war Noйs psychedelisch mäandernde Bilderliebe, sein neuer Film ist nichts mehr als der Eintritt in die Leere bürgerlicher Sexphantasien. Wie ein später Terrence Malick-Films ohne Gott, Sprache, Raum. Die Hölle, offensichtlich.                       

Text: Irene Rudolf

Foto: Alamode Film

Orte und Zeiten: Love

Love F/Belgien 2015; R: Gaspar Noй; D: Karl Glusman (Murphy), Aomi Muyock (Electra), Klara Kristin (Omi); 135 Min.

Kinostart: Do, 26. November 2015

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