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Im Kino: „Männer al dente“

Männer al dente

So wissen wir das jedenfalls aus vielen populären Filmen, aber auch die Soziologie sieht das im Wesentlichen so. Was das für die sexuelle Orientierung der italienischen Stammhalter bedeutet, ist nicht im Detail erforscht, geht jedoch anschaulich aus der neuen Komödie des in der Türkei geborenen Ferzan Ozpetek hervor: In „Männer al dente“ gibt es eine Art Wettlauf der Söhne einer Familie in der süditalienischen Provinzhauptstadt Lecce um das schnellere Coming Out. Tommaso hat das Nachsehen gegenüber seinem Bruder, und weil der Vater angesichts der Neuigkeit einen Herzinfarkt bekommt, muss die homosexuelle Revolution in Apulien einen allseits schonen­deren Verlauf nehmen.
Ozpetek, der gelegentlich der italienische Almodуvar genannt wird, zeigt sich in „Männer al dente“ allerdings vor allem nostalgisch nach einer Zeit, in der die recht vorhersehbare Komödientypik, auf die er sich zumeist verlässt, noch unumstritten war – der Vater schnallt gar nichts, die Großmutter aber hat immer den Durchblick.

Text: Bert Rebhandl

tip-Bewertung: Annehmbar

Orte und Zeiten: „Männer al dente“ im Kino in Berlin

Männer al dente (Mine vaganti), Italien 2010; Regie: Ferzan Ozpetek; Darsteller: Riccardo Scamarcio (Tommaso), Nicole Grimaudo (Alba), Alessandro Preziosi (Antonio); 116 Minuten

Kinostart: 15. Juli

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