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Im Kino: „Mauerpark“

Mauerpark

Vor allem „bunte Menschen“ und solche, die gerne bunte Menschen sehen, gehen gern in den Mauerpark. An diesem einstmals neuralgischen Punkt, an dem Ost- und Westberlin einander beinahe die Hand reichen konnten, hat sich über die Jahre eine freie Kultur mit Kleinkünstlern, Marktständlern, Bob Dylan-Reservisten, Sonnenanbetern und Weltenbummlern aller Art entwickelt. Von dieser sozialen Bewegung im Zeichen dezidierten Müßiggangs erzählt Dennis Karsten in seinem Dokumentarfilm „Mauerpark“, in dem der Protest gegen eine Stadt der Investoren und Sanierer deutlichen Ausdruck bekommt, in dem aber auch Wladimir Kaminer lachend davon erzählen kann, wie er einmal die ganze Hundescheiße des Areals zum Phosphoreszieren brachte. Dr. Motte outet sich als Berufsjugendlicher, und der Mann, der den ganzen Kram, der von den bunten Menschen übrigbleibt, am Ende wegmachen muss, würde privat hier nicht herkommen wollen.  Aber auch das erzählt viel über diese Stadt, die für viele Menschen gerade deswegen attraktiv ist, weil sie nicht ganz so aufgeräumt ist, während die „richtigen“ Berliner eher skeptisch abseits stehen.

Text: Bert Rebhandl

Foto: Filmblut Productions

tip-Bewertung: Annehmbar

Orte und Zeiten: „Mauerpark“ im Kino in Berlin

Mauerpark, Deutschland 2010; Regie: Dennis Karsten; 82 Minuten; FSK k.A.

Kinostart: 7. Juli

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