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Im Kino: „Meat“

Meat

„Meat“ ist ein künstlerischer Erzählfilm aus den Niederlanden, dessen Handlung hauptsächlich in einer blau-bleiern ausgeleuchteten Fleischerei stattfindet. Der gekachelte und mit Tierkörpern dekorierte Ort wird von dem Regieduo Maartje Seyferth und Victor Nieuwenhuijs nach und nach in einen surrealen Raum verwandelt, in dem auf verrätselte und theatrale Weise Identitätspolitik, deviante Formen sexuellen Begehrens und verschiedene Depressionen zusammenfinden sollen. Neben extravaganten Einstellungen auf verfallende, verletzte, erniedrigte oder schwerfällig miteinander kopulierende Körper sieht man so auch oft fleischliche Stillleben mit phallisch arrangierten Würsten.
Erst spät verknüpfen sich die zwei Handlungsstränge um das Personal der Fleischerei und einen parallel dazu ermittelnden depressiven Komissar zu einem Plot, der von einer ambient-dräuenden Tonspur unterlegt ist und das Vorbild David Lynch nicht verleugnet. Wirklich interessant ist „Meat“ dabei nur, wenn die Regisseure versuchen, aus dem allegorisch schwerfälligen Korsett auszubrechen und mit rauen Handkamerabildern andere Formen von Energie in die bedeutungsvolle Schwere des Kunstkinos hineinzubringen.

Text: Michael Baute

tip-Bewertung: Uninteressant

Orte und Zeiten: „Meat“ im Kino in Berlin

Meat, Niederlande 2010; Regie: Maartje Seyferth & Victor Nieuwenhuijs; Darsteller: Frans Bakker, Titus Muizelaar, Nellie Benner, Wilma Bakker; 86 Minuten; FSK k.A.

Kinostart: 27. Januar

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