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Im Kino: „Meeres Stille“

Meeres Stille

Wahrscheinlich merkt Helen (Charlotte Munck) nicht, dass sie sich in den ersten Szenen von „Meeres Stille“, dem verrätselten Debütfilm von Juliane Fezer, ganz idealtypisch verhält. Beim Ausmisten der Wohnung fügt sie der Sperrmüll-Skulptur auf der Straße ein paar Stücke hinzu, und nimmt einige andere mit. Altes raus, Neues rein. Der anschließende Urlaub am Meer mit Mann Johannes und Tochter Frances funktioniert da schon weniger aufgeräumt. Psychisch weit nach hinten verlegte Dinge drängen in den Vordergrund, doch was da so unbedingt ins Freie will, lässt der Film bis kurz vor Schluss unbeantwortet. Lieber schickt er eine Reihe von Indizien ins Feld und stilisiert Tochter Frances zu einem unbewussten Schreibmaschinen-Medium. Das ist alles sehr bedeutungsschwanger. Fezers Mut zur Komplexität ist aber dennoch löblich.

Text: Carolin Weidner

Foto: Jakob Ebert / JulexFilm

Orte und Zeiten: „Meeres Stille“ im Kino in Berlin

Meeres Stille, Deutschland 2013; Regie: Juliane Fezer; Darsteller: Charlotte Munck (Helen Sander), Christoph Gawenda (Leon Kiefer), Christoph Grunert (Johannes Sander); 142 Minuten

Kinostart: Do, 29. Oktober 2015

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