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Im Kino: „Mein Herz tanzt“

Mein Herz tanzt

Israel in den frühen 1980er-Jahren: Durch seine besondere Begabung und ein unterstützendes Elternhaus ist es dem jungen Araber Eyad möglich, eine jüdische Eliteschule in Jerusalem zu besuchen. Doch wirkt seine Kleidung hier unmodisch, hapert es mit der Aussprache bestimmter Wörter – kurz: Es gibt genügend Anlässe für seine Schulkameraden, Eyad durchaus skeptisch zu beäugen. Trotzdem ist ein „ganz normales“ Erwachsenwerden auch hier nicht zu vermeiden. Da ist zum Beispiel die schöne Naomi, zu der sich Eyad auf Anhieb hingezogen fühlt und mit der er erstes erotisches Terrain erkundet. Oder der kranke Yonatan, der Eyad nicht nur in die Welt des Post-Punk einführt, sondern durch seinen intelligenten Zynismus der ein oder anderen trüben Stimmung entgegenwirkt. Eran Riklis („Die syrische Braut“, „Lemon Tree“) erzählt jene Episoden einfühlsam und glaubhaft, ohne den angespannten gesellschaftspolitischen Kontext auszuklammern.

Text: Carolin Weidner

Foto: NFP

Orte und Zeiten: „Mein Herz tanzt“ im Kino in Berlin

Mein Herz tanzt (Dancing Arabs), Israel/Frankreich/Deutschland 2014; Regie: Eran Riklis; Darsteller: Tawfeek Barhom (Eyad), Yaël Abecassis (Edna), Michael Moshonov (Yonatan); 104 Minuten

Kinostart: Do, 21. Mai 2015

Lesen Sie hier: Ein Interview mit Regisseur Eran Riklis

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