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Im Kino: „Mein Stück vom Kuchen“

Mein Stück vom Kuchen

Der Kuchen, der sich immer nur in eine endliche Anzahl von Stücken teilen lässt, ist ein Gegenbild zum kapitalistischen Versprechen der Lösung von Verteilungsproblemen durch unbeschränkte Produktivitätssteigerung. So bringt er die globalisierte Ökonomie auf einen recht einfachen Punkt: Wenn China zweistellige Wachstumsraten hat, verlieren in Dünkirchen die Leute ihre Jobs. Leute wie die alleinerziehende France (!), die schweren Herzens ihre Kinder zurücklässt und als Haushaltshilfe nach Paris geht. Dort landet sie bei dem Börsenspekulanten Steve, dessen Firma für die Werksschließung in Nordfrankreich verantwortlich ist. Die Fronten sind klar: hier die warmherzigen „einfachen Leute“, dort die egoistischen Agenten des Finanzkapitalismus. Angesichts der Brisanz des Themas steigert sich der Film in einen agitatorischen Furor hinein und brüllt seine Argumente durchs Megaphon – was umso bedauerlicher ist, da Regisseur Cйdric Klapisch und die großartige Hauptdarstellerin Karin Viard die leisen Töne durchaus beherrschen.

Text: Stella Donata Haag

Foto: Kinowelt

tip-Bewertung: Zwiespältig

Orte und Zeiten: „Mein Stück vom Kuchen“ im Kino in Berlin

Mein Stück vom Kuchen (Ma part de gвteau), Frankreich 2011; Regie: Cйdric Klapisch; Darsteller: Karin Viard (France), Gilles Lellouche (Steve), Audrey Lamy (Josy); 109 Minuten; FSK 12

Kinostart: 15. September

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