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Im Kino: „Mein Weg nach Olympia“

In der Ende Februar erschienenen Dokumentation „Gold“ wurden drei Paralympics-Athleten vorbehaltlos mit Hochachtung porträtiert. Der contergangeschädigte Regisseur Niko von Glasow, der selbst mit verstümmelten Armen zur Welt kam, stellt in „Mein Weg nach Olympia“ mit dezidiert sportkritischer Grundeinstellung aus seiner subjektiven Perspektive einige körperbehinderte Olympiateilnehmer vor und bringt sich dabei im Film als Wortführer ein. Er interviewt die Sportler beim Training, präsentiert Bewegungsstudien in Zeitlupe und zeigt seine Protagonisten auch daheim in ihrer Privatsphäre. Dabei wird deutlich, wie wichtig familiärer Rückhalt ist, um Phasen der Kraft- oder Mutlosigkeit zu überwinden. „Ich will der Beste sein“, bekennt ein armloser Bogenschütze aus Iowa: Der Drang nach öffentlicher Anerkennung zur Steigerung des Selbstwertgefühls ist für alle das Hauptmotiv, Leistungssport zu betreiben. Dazu ist geistige Kraft nötig, doch „er gibt auch geistige Kraft“, sagt ein gelähmter Olympionike, und als von Glasow seinen Protagonisten zu den Paralympics in London folgt, fiebert er sichtlich mit bei den Wettkämpfen. Er hat erkannt, dass „Sport eine gute Idee“ ist.

Text: Ralph Umard

Foto: Senator Film

tip-Bewertung: Annehmbar

Orte und Zeiten: „Mein Weg nach Olympia“ im Kino in Berlin

Mein Weg nach Olympia?, Deutschland 2013; Regie: Niko von Glasow; 86 Minuten; FSK 0;

Kinostart: 17. Oktober

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