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Im Kino: „Michael Kohlhaas“

Anfang des 16. Jahrhunderts: Dem Pferdehändler Michael Kohlhaas (Mads Mikkelsen) werden ungerechterweise zwei junge Hengste von einem hinterhältigen Landbaron beschlagnahmt. Als dieser ihm seine Forderung auf Rückgabe der Tiere verweigert, besteht Kohlhaas beharrlich auf seinem Recht und strengt vergebens einen Prozess gegen den Baron an. In seinem Zorn über die Erniedrigung und die Ungerechtigkeit des herrschenden Adels greift er schließlich zu den Waffen und löst eine blutrünstige Revolte aus, um sich durch Gewalt sein Recht zu verschaffen. Aber wo liegt die Grenze zwischen bewaffnetem Kampf für Gerechtigkeit und Mord? Der Franzose Arnaud des Palliиres hat in seiner gelungenen zweistündigen Adaptation der deutschen Novelle, die Heinrich von Kleist einst unter dem Einfluss des politischen Umbruchs in Europa geschrieben hatte, die Handlung in die grandiosen Landschaften der vom Wind gepeitschten, kargen Plateaus der französischen Cevennen und des Vercors verlegt – sicher nicht zufällig auch die historischen Hochburgen der Kamisarden und französischen Widerstandskämpfer. Der von hervorragenden Schauspielern getragene Film ist kein historischer Abenteuerfilm, sondern eine visuell atemberaubende Parabel über Justiz und Moral, Gewalt und Gerechtigkeit.

Text: Barbara Lorey

tip-Bewertung: Sehenswert

Foto: polyband Medien GmbH 2013

Orte und Zeiten: „Michael Kohlhaas“ im Kino in Berlin

Michael Kohlhaas, ?Frankreich/Deutschland 2013; Regie: Arnaud des Palliиres; Darsteller: Mads Mikkelsen (Michael Kohlhaas), Bruno Ganz (Gouverneur), Denis Lavant (Theologe); 122 Minuten; FSK 12; Kinostart: 12. September

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