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Im Kino: „Mistaken for Strangers“

Mistaken For Strangers

Ungewöhnlich ist sie schon, die Perspektive, aus der sich diese Dokumentation einer Tournee der erfolgreichen US-Indie-Rockband „The National“ annimmt: Gedreht vom Bruder des Sängers, der – wenn man es denn so glauben mag – als Roadie mit auf Tour genommen wurde, entwickelt sich „Mistaken for Strangers“ von einem naiv und amateurhaft anmutenden Herumgefilme zusehends zu einer familientherapeutischen Sitzung. Denn Regisseur Tom Berninger ist im Gegensatz zu seinem älteren Bruder Matt weder erfolgreich noch diszipliniert, er hat Probleme mit Autoritäten und kann nichts zu Ende bringen.
So stehen schnell der Job als Roadie und die Fertigstellung des Films infrage, und das eigene latente Versagen misst Tom am Erfolg seines Bruders. Die psychologischen Aspekte der Geschichte sind nicht uninteressant, doch was bleibt, ist im Grunde die Nabelschau eines übergewichtigen Metalheads, der sich auf der Verliererstraße wähnt. Über die Band und ihre Musik erfährt man wenig.

Text: Lars Penning

Foto: Neue Visionen Filmverleih

tip-Bewertung: Zwiespältig

Orte und Zeiten: „Mistaken For Stangers“ im Kino in Berlin

Mistaken For Strangers, USA 2013; Regie: Tom Berninger; ?75 Minuten; FSK 12

?Kinostart: Do 10.07.2014

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