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Im Kino: „Monuments Men“ von George Clooney

Monuments Men

George Clooney gehört zu den Guten, das beweist er einmal mehr mit seiner jüngsten Regiearbeit „Monuments Men – Ungewöhnliche Helden“, für die er nicht nur am Drehbuch mitschrieb, sondern auch wieder selbst eine der Hauptrollen übernahm. In der heutigen medialen Welt, die jeden aufdringlich-obsessiven Selbstdarsteller augenblicklich zum Star ausruft, ist es kaum vermessen, Clooney als einen der letzten wirklichen Weltstars im Wortsinn zu bezeichnen, einen, den man ob seines Formats und Charismas auf und jenseits der Leinwand rund um den Globus schätzt.
Entsprechend groß war dann ja auch die Aufregung in unserer Region, als Clooney im letzten Jahr „Monuments Men“ zum Teil im Studio Babelsberg drehte und Berlin wochenlang mit seiner Anwesenheit beehrte. Zwar hat ihn – wie fast alle großen Stars – mittlerweile auch der Zwang zum Gutmenschentum ein wenig eingeholt, doch selbst sein politisches Engagement betreibt Clooney letztlich smarter und weniger aufdringlich als vergleichbare Größen wie etwa Bono und Angelina Jolie.
Basierend auf einem gleichnamigen Tatsachenreport mit fiktiven Dialogen des amerikanischen Autors Robert M. Edsel (mit Bret Witter) erzählt „Monuments Men“ die Geschichte einer Gruppe von Kunsthistorikern und -experten, die während des Zweiten Weltkriegs im Auftrag der (West-)Alliierten versucht, europäische Kulturgüter vor dem Zugriff der Nazis zu schützen beziehungsweise den Fundort von bereits für Görings Privatsammlung oder Hitlers geplantes „Führermuseum“ in Linz gestohlenen Stücken ausfindig zu machen.
Monuments MenDie vom zeitlichen und geschichtlichen Rahmen unabhängige Botschaft der Story ist deutlich und wird von dem von Clooney verkörperten Offizier Frank Stokes bei seinen Vorträgen vor politisch und militärisch maßgeblichen Größen auch offensiv vertreten: dass es eine ebenso lohnende wie zwingend notwendige Aufgabe sei, Kulturgüter zu schützen, da ihr Sinn als verbindende und identitätsstiftende Elemente der Menschheit auch Jahrhunderte später noch Gültigkeit haben wird, wenn alle vermeintlichen Notwendigkeiten aktueller Tagespolitik längst vergessen sind. Das ist der hehre Kern in einem Epos bislang unbesungener Helden. Clooney zieht dafür alle Register, die Hollywoods Unterhaltungsmaschinerie zu bieten hat: Mit Matt Damon, Cate Blanchett, Bill Murray, John ?Goodman und Jean Dujardin, die ihr schauspielerisches Gewicht in verschiedenen Handlungssträngen und Vignetten in die Waagschale werfen, besitzt „Monuments Men“ erhebliche Starpower, ist dabei ebenso komödiantisches Buddy-Movie (Kunsthistoriker beim Militär, haha) wie tränenreiches Melodram (edles Sterben für die hehre Sache) und lässt es in einigen Kriegsszenen auch noch ordentlich krachen. Ganz kann der mit hinreichender Expertise präsentierte Aufwand allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Protagonisten trotz all ihrer Reisen an die verschiedenen Frontabschnitte nur wenig zu tun, dafür allerdings umso mehr zu bereden haben. Zumal der Film aus unerfindlichen Gründen auch sein Spannungspotenzial nicht völlig ausschöpft und im Kunst-Wettrennen mit bösen Nazis und dubiosen Rotarmisten statt auf Suspense lieber auf Überraschungsmomente setzt. Und so lässt sich bei allem Wohlwollen doch eines auch noch konstatieren: Ein Hitchcock ist an George Clooney nicht verloren gegangen.

Text: Lars Penning

Fotos: 2013 Twentieth Century Fox

tip-Bewertung: Annehmbar

Orte und Zeiten: „Monuments Men“ im Kino in Berlin

Monuments Men, ?USA/Deutschland 2014; Regie: George ?Clooney; Darsteller: George Clooney (Frank Stokes), Matt Damon (James Granger), Bill Murray (Richard Campbell); 118 Minuten; ?FSK 12

Kinostart: 20. Februar

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