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Im Kino: „Morning Glory“

Morning Glory

Becky ist eine junge TV-Produktionsassistentin, schön, klug und fleißig. Doch all das reicht nicht in der heutigen Lohndumping-Welt: Den Job verliert sie dennoch. Mit umso größerer Verve übernimmt sie den Producer-Posten einer siechen Morningshow, der sie allen Problemen zum Trotz Quoten bringen wird.
Wie sie das anstellt, schildert Roger Michells Film mit authentischem Blick auf den normalen Irrsinn hinter den Kulissen des Ramsch-Fernsehens. Das im Film lebhaft dargestellte Übel der Vertrashung im Dienste der Quote führt zu einigen urkomischen Szenen, so, wenn der betagte Wettermann bei seiner Ansage während einer Achterbahnfahrt kurzzeitig das Bewusstsein verliert: schieres Quotengold. Irritierend aber der Schluss, den der Film zieht, denn trotz aller Peinlichkeitsexzesse endet „Morning Glory“ auf einem sonderbar sonnigen Dur-Akkord: Dass aus einem gestandenen Journalisten (Harrison Ford) am Ende ein zufriedener Schaukoch wird, fühlt sich so an wie ein Happy End.

Text: Ulrike Rechel

Foto: Macall Polay

tip-Bewertung: Annehmbar

Orte und Zeiten: „Morning Glory“ im Kino in Berlin

Morning Glory, USA 2010; Regie: Roger Michell; Darsteller: Rachel McAdams (Becky Fuller), Harrison Ford (Mike Pomeroy), Diane Keaton (Colleen Peck); 108 Minuten; FSK 6

Kinostart: 13. Januar

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