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Im Kino: "Much Loved"

Im Kino: "Much Loved"

Drama Marrakesch: Drei aufreizend gekleidete Frauen kriechen auf dem Boden, sie mimen Katzengeräusche inmitten eines Kreises von Männern in Dischdaschas, die sie mit Geld bewerfen – eine der Szenen, in der Regisseur Nabil Ayouch die patriarchalische Gesellschaftsordnung im arabischen Raum versinnbildlicht.
Im Mittelpunkt der Handlung stehen die vier marokkanischen Frauen Noha, Randa, Soukaina und Hilma. Ihren Lebensunterhalt verdienen sie sich als Prostituierte. Doch außerhalb dieser Nächte finden die Vier Ihre Würde wieder, als intelligente und starke Frauen, die durch das lukrative Gewerbe unabhängig sein können. Sie haben Träume und Hoffnungen und sehnen sich in ihrem Innern nach Liebe, Fürsorge und Freiheit.
Nabil Ayouch greift damit nicht zum ersten Mal gezielt ein Tabuthema auf, um die gesellschaftliche Diskussion anzukurbeln. Mehr als 200 Prostituierte interviewte er als Hintergrund für seinen Film, der nach seiner Premiere in Cannes von der marokkanischen Regierung verboten wurde. Ein hartes, aber aktuelles Zeit Zeugnis über weibliche Stärke, Unterdrückung und Zusammenhalt.

Text: Anouk Kesou

Foto: Arsenal

Orte und Zeiten: Much Loved

Much Loved F/Marokko 2015, 104 Min., R: Nabil Ayouch, D: Loubna Abidar, Asmaa Lazrak, Halima Karaouane, Sara Elhamdi Elalaoui, Abdellah Didane

?Kinostart: Do, 14. April 2016

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