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Im Kino: „Noseland“ von Aleksey Igudesmann

Vor der malerischen Kulisse von Dubrovnik findet alljährlich ein Musikfestival der besonderen Art statt, zu dem der weltbekannte Geiger Julian Rachlin seine Freunde aus der Musikszene und einige Filmstars einlädt. Dazu zählt auch der Dirigent, Komponist und Violinist Aleksey Igudesman, der es sich zur Mission gemacht hat, das elitäre Image der klassischen Musik zu entstauben und der nun über das Festival einen Film gedreht hat. Igudesman hat zwar keinerlei Ahnung vom Filmemachen, dafür aber als Entertainer in höchst publikumswirksamen Musikshows wie „My Little Nightmare Music“.
„Noseland“, ein Patchwork aus provokanten, manchmal hart an der Grenze des schlechten Geschmacks entlangschlitternden Interviews, herrlich absurden Slapstick-Situationen und mitreißenden Musikszenen, das Igudesman in seinem No-Budget-Filmdebüt zusammengefügt hat, mag nicht jedermanns Sache sein. Trotzdem hat der Film unbestreitbar eine Reihe umwerfender Höhepunkte, insbesondere wenn Stargast John Malkovich eine Auswahl ganz besonders perfider Texte, die Komponisten über andere Komponisten geschrieben haben, deklamiert, die übergangslos in die irre Tirade eines türkischen Kritikers gegen Malkovich selber übergehen.

Text: Barbara Lorey 

Foto: Missing Films

tip-Bewertung: Annehmbar

Orte und Zeiten: „Noseland“ im Kino in Berlin

Noseland, Österreich 2012; Regie: Aleksey Igudesmann, Sebastian Leitner; 84 Minuten; FSK k. A.

Kinostart: 12. Juni

 

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