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Im Kino: „Nymph()maniac (Teil 2)“ von Lars von Trier

Lars von Trier ist vermutlich der einzige Regisseur, der einen erotischen Film über eine mittelalterliche Kirchenspaltung machen kann. In „Nymph()maniac (Teil 2)“, der Fortsetzung der sexuellen Abenteuer einer unersättlichen Frau namens Joe, fungiert das Schisma von 1054 zwischen Rom und Byzanz als wichtiger Schlüssel. Er öffnet allerdings nichts anderes als das weite Land der beliebigen Zeichen. Wie schon in den anderen Filmen seiner „Depressions-Trilogie“, hebt von Trier auf die prinzipielle Unfertigkeit des Lebens ab.

Egal, wie intensiv wir es leben (und Sexualität ist nun einmal ein Königsweg dazu), es bleibt immer ein Rest, der fehlt. „Fülle alle meine Löcher“, sagt Joe (Charlotte Gainsbourg) an einer Stelle von „Nymph()maniac“, aber da ist schon klar, dass das weit über die anatomischen Löcher hinausgeht, die sie ohnehin eher als Wunden empfindet. Einmal mehr erweist sich der dänische Regisseur als der größte Denker des gegenwärtigen Kinos, und bei allem Ernst ist „Nymph()maniac“ auch immer wieder höherer Schabernack.

Text: Bert Rebhandl

Foto: Christian Geisnaes / Concorde Filmverleih 2014

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Nymph()maniac“ im Kino in Berlin

Nymphomaniac 2?, Dänemark/Deutschland/Frankreich/Schweden 2014; Regie: Lars von Trier; Darsteller: Charlotte Gainsbourg (Joe), Stellan Skarsgеrd (Seligman), Stacy Martin (Joe, jung); 124 Minuten; FSK 16; Kinostart: 3. April 

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